Wer war Jean Paul?

Jean Paul (eigentlich Jean Paul Friedrich Richter) war zu seiner Zeit einer der fantasievollsten und beliebtesten Schriftsteller deutscher Sprache und ist heute noch Oberfrankens, ja Bayerns berühmtester Dichter und gehört zur Weltliteratur. Er wurde am 21. März 1763 in Wunsiedel geboren und starb am 14. November 1825 in Bayreuth. Jean Paul steht literarisch zwischen Klassik und Romantik und nimmt in der deutschen Literatur eine Sonderstellung ein: „Er sang nicht in den Palästen der Großen, er scherzte nicht mit seiner Leier an den Tischen der Reichen.

Er war der Dichter der Niedergeborenen, er war der Sänger der Armen, und wo Betrübte weinten, da vernahm man die süßen Töne seiner Harfe…“ Ludwig Börne Jean Paul ist nach wie vor nicht einfach zu lesen, aber wer sich öffnet, dem erschließen sich der große Sprachschatz und die reiche Seelenlandschaft seiner Figuren mit Humor und Ironie, metaphorisch und realistisch, über Idyllen und Abgründe, spießbürgerliche Enge und kosmische Weite, bürgerlichen Gefühlsüberschwang und adelige Kälte, immer in der Hoffnung, dass der Mensch sich letztlich zum „Guten, Wahren und Schönen“ entwickeln könne und hinter allem eine göttliche Macht waltet.

Jean-Paul-Weg in Oberfranken

Jean Pauls Weg durch Oberfranken

Jean Paul war ein bekennender Liebhaber seiner Heimat Oberfranken – auch wenn diese damals eher dem Fürstentum Bayreuth entsprach. In Wunsiedel ist er geboren, in Joditz, Schwarzenbach und Hof verbrachte er seine Jugend. Nach seinen Studien-, Lehr- und Wanderjahren zog er nach Bayreuth, wo er 21 Jahre lebte und dort auch begraben ist. Landschaft und Erinnerungen daran tauchen in seinen Romanen, Erzählungen und Briefen immer wieder auf. Er war ein leidenschaftlicher Wanderer, kannte die Armut, aber auch die Originalität des hiesigen Menschenschlags.

Der fast 200 km lange Weg (die lokalen Jean-Paul-Rundwege mitgerechnet) führt von Joditz über Hof und das ganze Fichtelgebirge nach Bad Berneck, Bayreuth und schließlich nach Sanspareil. Er wird alle 1 bis 1,5 km von grünen Aphorismen- und Text- bzw. weißen Landschaftstafeln gesäumt, im Bayreuther Raum sogar von dreiteiligen Groß-Stationen.

Das Gehen auf diesem Weg, der als geistiges Rückgrat der Region dient, bringt Wanderer und Dichter einander näher,
denn Jean Pauls Gedanken erweisen sich oft als erstaunlich aktuell. Und vielleicht lernt der Wanderer auf diese Weise auch unsere und Jean Pauls Heimat schätzen und lieben. Das Logo des jungen Jean Paul wird für die „Nordschiene“ verwendet, das Logo des alten Jean Paul ab Bayreuth- Eremitage für die „Südschiene“ und das Doppel-Logo für den Gesamtweg und gemeinsame Projekte.

Arkadienweg

Der Akadienweg ist Teil des Jean-Paul-Weges.

Der Jean-Paul-Weg verbindet in seinem südlichen Verlauf um Bayreuth herum zugleich auch die wichtigsten vier
Markgrafenschlösser und Parks, die heute von der Schloss- und Gartenverwaltung Bayreuth-Eremitage verwaltet
werden. Dazu gehören die Eremitage, der Hofgarten in Bayreuth, die Fantaisie in Eckersdorf und Sanspareil
bei Wonsees. Der Arkadien-Charakter dieser Region inspirierte bereits die musische Markgräfi n Wilhelmine
in der ausgehenden Barockzeit und später nicht nur Jean Paul und Richard und Cosima Wagner ganz besonders.
Auch die heutigen Kulturtouristen werden vom idyllischen Reiz dieser verzauberten Kulturlandschaft berührt.